Sport ist…
Posted on Oktober 21st, 2008
definitiv anstrengend. Aber oft auch die einzige Möglichkeit, den Kopf mal richtig freizubekommen. Und wenn es nur für die eine Stunde ist. Und so begibt man sich jeden zweiten Tag in einer mehr oder weniger großen Gruppe ab in den Wald, um sich die Seele oder das, was davon übrig ist, aus dem Leib zu hecheln. Wenn man das eine Weile gemacht hat, sind sogar die ersten Erfolge schon sichtbar, also spürbar zumindest. Die Schuhe drücken etwas weniger, die Lunge schafft den ersten Anstieg mittlerweile komplett, ohne sich zu verabschieden und sogar den sporadisch verteilten Pferdeäpfeln kann man behende ausweichen, ohne direkt jedesmal reintreten zu müssen, weil man zu schwach für den Sprung beiseite ist.
Nun bringt es die Jahreszeit leider mit sich, dass beizeiten finster wird. Wäre alles ja nicht so schlimm, wenn man nicht bis kurz vor knapp auf Arbeit sitzen würde. Also fängt man an, so ab halb sechs gestresst durchs Büro zu hetzen, sich in der winzigen Toilettenkabine umzuziehen, dabei mehrfach den Tascheninhalt auf dem Boden derselbigen zu verteilen, um dadurch in noch größere Hektik auszubrechen, man hetzt zum Auto und fährt schon total geschafft los.
Ungefähr zehn Minuten dauerts, bis man den Waldrand der Großstadt erreicht hat und loslegen kann. Mittlerweile ist es auch schon um sechs, es beginnt zu dämmern und im Wald wirds ja bekanntlich noch viel eher viel schneller viel dunkler. Aber gut. Man beginnt leichten Schrittes den Berg zu erklimmen, leichten Schrittes durch den Wald zu rennen und stellt dann fest, dass es für den Rückweg durch den Wald tatsächlich schon zu finster wird. Gefährlich, Stolpersteine, Stolperhuckeln, Laub, Pferdeäppel. Was also tun? Man muss ja irgendwie zur Karre zurück. Richtig. Man hört auf den neben einem her rennenden Menschen und biegt in einen Feldweg ein. “Ja, also wenn ich mich nicht irre…” und “Eigentlich müsste das…”. Kurz und knapp: er irrte. Es war nicht der geplante Weg, sondern ein völlig unbekannter Feldweg, mitten im nichts, links und rechts ne Kuh, Zäune, ein Teich und weit und breit kein Auto.
Man rennt also verzweifelt weiter, weils für den Rückweg auch schon viel zu spät wäre, ab und zu unterbrochen von hysterischen Lachanfällen, bis man am Ende des Weges auf ein Tor stößt. Prima. Hier gehts also mal nicht weiter. Nun könnte man irgendwie versuchen, in den entfernten Wald zu gelangen, indem es mittlerweile so finster wie im Bären… ist, (
) oder man bahnt sich seinen Weg übers benachbarte Feld mit der klitzekleinen Hoffnung, irgendwann auf die Straße zu stoßen, die einen zum Auto geleiten wird.
10 Fast-Beinbrüche und 3 Lachanfälle später fängt es leicht an zu nieseln. Ist ja kein Problem, man is ja nicht aus Zucker. Und tatsächlich, wir landeten in Grundstücken, die den Zugang zur Straße nicht vermauert hatten. Man fühlt sich zwar trotzdem wie ein Einbrecher, wenn man sich da langschleicht, aber wir waren auf der Straße!!! Da ließ es sich auch etwas leichter ertragen, dass es in Strömen anfing zu regnen.
Jedenfalls bestätigten sich heute mehrere Erkenntnisse:
1. Nicht mehr in den Wald joggen gehen, wenn es schon dämmert.
2. Nicht auf einen Mann hören, der eine bekannte Abkürzung vorschlägt.
3. Nicht joggen, wenn Regen gemeldet ist.
4. Dunkle Sachen anziehen, dann wird man als Einbrecher nicht so schnell entdeckt.
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Montage
Posted on Oktober 7th, 2008
Ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die sich nicht auf die neue Woche freuen. Aber dennoch muss man manchmal sagen, dass Montage es in sich haben können. Mein gestriger gab sich jedenfalls die größte Mühe, alle Klischees zu erfüllen.
Es fing alles in strömendem Regen an. DAS ist schon Punkt 1 auf der endlosen Liste, denn man wird nass, die Haare werden nass, die Stunden im Bad waren völlig für die Katz, die Hose weicht auf, weil der Rand, den man extra umgeschlagen hat, meint, sich wieder entfalten zu müssen und so weiter und so fort.
Da es schon lange überfällig war, meinem Wagen eine neue Batterie zu besorgen, nahm ich mir das gleich für früh vor. Ich fuhr zum PitStop um die Ecke, um dort den Eingang nicht zu finden, weil die cleveren Baumenschen das so geschickt gelöst haben, dass man vom Parkplatz der Werkstatt da nicht direkt hinkommt, sondern entweder einen Umweg über den Fußweg an der Straße in Kauf nimmt oder die Warnschilder grob fahrlässig missachtet und sich den Weg über den (wegen dem vielen Regen!!!) schlammigen Rasen bahnt. Ist man irgendwann im Trockenen, heißt das noch lange nicht, dass einer dieser Blaumenschen auch gleich vorbeikommt. Gut, er war mit zwei Autos beschäftigt und anscheinend allein, aber bitte, hallo, Kundschaft! Jedenfalls kam er dann, nahm mir recht wortkarg Zulassung und Schlüssel ab, machte den Auftrag fertig (ohne mir vorher zu sagen was es kosten würde) und meinte dann: “Haben Sie Zeit mitgebracht?” Ja, natürlich, deswegen bin ich doch hier. Es ist soooo sterbenslangweilig woanders, ich muss ja auch nicht auf Arbeit und ich sitz mich gern in einer Werkstatt platt. “Äh, nee?! Wie lange dauerts denn???” “Na, ne Stunde ca.” Prima. Eine Stunde. Für eine simple Batterie. Wär ich nichn Mädchen, hätt ich die schon lange selber eingebaut. Aber gut. Da ließ ich das Auto eben da stehen und warf mich in die nächstbeste Bahn, wohlwissend, dass mein Studentenausweis grad nicht mehr gültig ist, wegen neuem Semester und Aufdruck noch nicht erneuert und so.
Gottseidank kam aber kein Kontrolleur. Dafür eine Oma mit ihrem kleinen Rollwagen. Und setzte sich neben mich. In einer menschenverlassenen Bahn. Neben mich. Montag früh. Ich noch ohne Kaffee. DAS KANN DIE DOCH NICHT MACHEN?! Und schon nach diesen geschätzten 2 Minuten fing ich schmerzlich an, mein Auto zu vermissen. Es ist doch ein unglaublicher Luxus, sich nicht jeden Tag Mitmenschen, deren Gerüchen, deren Koffern und deren Gesprächen aussetzen zu müssen. Eine Haltestelle, nachdem die gute Dame sich neben mir niedergelassen hatte, konnte ich sie zum Glück wieder hochjagen und die Bahn verlassen. Puh.
Nach tatsächlich über einer Stunde rief der Werkstattmensch wieder an. Ich trottete also wieder in den Regen, schmiss mich wieder in die geliebte Bahn und sah das Elend in Form eines Schaffners schon auf mich zukommen. Prima. Warum auch nicht? Schließlich fahre ich ja einmal im Monat Bahn. Da kann der ja genau an dem Tag kontrollieren kommen. Herzlichen Glückwunsch. Geschickt versuchte ich noch, das dumme veraltete Stempelding zuzuhalten, aber der Herr musste es genau wissen und nahm ihn doch selber in die Hand. Den Studentenausweis jetzt. “Der is aber nur fürs Sommersemester.” “Ach?! Tatsächlich?! Na sowas. Da muss ich doch tatsächlich vergessen haben, den Aufdruck zu erneuern. Hol ich selbstverständlich umgehend nach.”, flötete ich ihm mit meinem liebenswürdigsten Montag-Morgen-es-regnet-ich-sitz-in-der-bahn-und-blech-gleich-für-die-karre-haufen-kohle-Lächeln. Anscheinend reichte ihm das Versprechen, denn er ließ mich ohne Strafe weiterfahren. Puh.
Wieder zu Pitstop rein, diesmal ohne Rasen, denn ich kam ja nun vom Fußweg. “Ja, ihr Auto. Hm. Das Flammrohr is übrigens noch kaputt.” Prima, kostet ja nur 230 Euro mit Einbau. Toootal angefressen, aber auch unendlich glücklich, weil ich endlich wieder fahren konnte, tuckerte ich zurück auf Arbeit. Und endlich Kaffeee!!!!!
Mittagessen in der Mensa: Nur Müll. Bei vier Essen schaffen die es immer mal, dass nichts dabei ist, was man essen könnte. Ich nahm Schnitzel mit Kartoffelbrei, da ich aber keinen Kartoffelbrei mag, aß ich eben nur Schnitzel. Auch gut. Der restliche Tag verlief dann eigentlich reibungslos, bis auf eine klitzekleine Niederlage beim Kickern. Und dann kommt man heim, ist froh, alles überstanden zu haben und öffnet dummerweise den Briefkasten. Finanzamt: “Uns fehlt Ihre Steuererklärung für 2007 noch. Mal bitte in den nächsten zwei Wochen machen.” Zahnarzt: “Jährliche Durchsicht wäre mal wieder wegen Stempel und so. Kommen Sie doch mal wieder vorbei.”. Hmpf.
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2 1/2 Wochen
Posted on Oktober 4th, 2008
2 1/2 Wochen, dann ist es wieder soweit. Die Ungeduld und Vorfreude und Spannung und Nervosität und Aufgeregtheit und Neugier ließ sich heute nicht länger zügeln.
Knappe 18 Tage sind es noch, dann ist es endlich wieder soweit. Intrigen, Liebeleien, Sex, gestörte Kinder, prekäre Nachbarschaftsverhältnisse.
429 Stunden müssen noch vergehen, bevor es sich wieder richtig lohnt, den Fernseher anzuschalten. Um was zu sehen? Nackte Haut, schöne Frauen, humorvolle Dialog, Streit, Freundschaft und Hinterlist.
Die DESPERATE HOUSEWIVES sind wieder da!!!!!! Und ich habs entdeckt!!!! Ab 22. Oktober ist der Mittwochabend wieder umwerfend, die Verzweiflung hat ein kleines Ende…
Tags: Serien
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