StudiVZ als Partnerbörse

Posted on Januar 28th, 2009

Es ist ja so. Jeder ist mittlerweile im Studivz. Jeder. Ich auch. Man legt sich ein Profil an, sammelt sich ein paar Freunde zusammen und sieht zu, wie alles wächst und gedeiht. Die wohl beste Funktion ist aber das Gruppen sammeln. Die sagen bei mir mittlerweile auch tatsächlich mehr über mich aus als mein Profil und ja, ich zitiere StudiVZ-Gruppen auch im Alltag. Wie es scheint, kann sogar in meine Gruppen reininterpretiert werden, dass ich Single bin und verzweifelt auf der Suche nach dem Glück im Leben. Ob das am “zwanghaften Flaschenetikettabfummeln”, an “rufenden Schokokeksen”, am “Aus-Versehen-Abbrechen der Hinterklemmdinger bei Kulis” liegt, weiß ich nicht genau. Wohl doch eher am Besuch des Waffenhändlers und am “glückliche Pärchen im Park vergiften”.

Heute jedenfalls war es soweit, ich bekam eine Nachricht von Mr-du-hast-glück,-ich-nenne-deinen-namen-hier-nicht. Folgender Inhalt wurde mir angetragen:

“Hey darf man Fragen ob du singel bist ?
Gefällst mir und ich würde sehr gerne mehr über dich erfahren wollen.”

Also nee, das geht ja mal gar überhaupt nicht. Da könnt ich dem glatt wieder etwas Kompott in die Anorakkapuze schütten. Zwei Fehler im ersten Satz!!! Aber gut, da könnt ich ja noch drüber hinwegsehen. Kuckte ich mir den Menschen mal näher an:

Der ist Mitglied seit April 2008, hat sage und schreibe einen Freund, was ihn mir noch ein großes Stück suspekter macht als vorher. Sein “über mich” war aber das Beste (ach halt, das Foto war das Beste, aber das kann ich ja leider nicht zeigen :-) ) :

“Ich würd mich als romantischer, ruhiger, gepflegter, treuer, ehrlicher, sportlicher, aufgeschlossener Typ bezeichnen…” Is klar Junge, und ich bin nett, pflegeleicht, ruhig, zuvorkommend, lieb, sensibel und fleißig.

Versteht den jemand? Wie kann man sich denn ein Profil zulegen, da nix machen außer so über sich selber zu schleimen und dann mit so einer Masche versuchen, Mädels aufzureißen? Gehts noch? Aber gut, es gibt ja zum Glück noch: … ok, tief durchatmen, ich bin ein Gänseblümchen…

Die ganz cleveren können jetzt übrigens die Mitglieder aller Gruppen ansehen, Schnittmengen filtern und VIELLEICHT herausfinden, wer ich davon bin :-)

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Stammelei

Posted on Januar 22nd, 2009

Wer kennt das nicht? Man geht auf Arbeit, hat gerade eben erst den Rechner hochgefahren, noch nichtmal den Kaffee in der Tasse vor einem stehen und schon geht der Stress los. Da klingelt das Telefon und eine nette Frau am anderen Ende der Leitung erzählt einem, was alles falsch läuft und dass das so alles nicht geht und ihre Chefin macht das so nicht mit und ach, Probleme. Am frühen Morgen. Man weiß genau, dass man sich die nächsten Stunden mit diesem Problemchen beschäftigen muss, wertvolle Zeit verliert und noch viel wertvollere und sehr rar gewordene Nervenbündel. Es ist ja nicht so, dass ich kein Problemfan wäre, ich liebe es, an einer Sache rumzutüfteln und eine Lösung zu finden und zu verbessern und zu tun. Aber sowas, so ein Problem, was total hätte vermieden werden können, wenn das zugehörige Programm vernünftig bedienbar wäre und nicht einen Bug nach dem anderen liefern würde… Nee, also das geht nicht.

Man rettet sich bis zum Mittag, so ein Stück Fleisch hebt die Laune ein wenig an, man kann sich nach dem Essen leicht sportlich abreagieren, und dann gehts wieder. Bis um vier etwa. Und an manchen Tagen schlägt das Hirn dann gnadenlos zurück. Man sitzt erst stammelnd vorm Rechner, um dann blöd grinsend mit selbigem zu reden, dann redet man komisch mit seinen Kollegen und es geht gar nix mehr.

Man geht raus, rauchen, atmen, Ball spielen, sich abreagieren. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn das reichen würde. Es ist Zeit, schreiend im Kreis zu laufen. Heut hätt ich das gern gemacht. Einfach mal laut brüllen, einfach mal fix zwei Kilometer rennen, einfach mal nicht still sitzen müssen. Ich kann einfach nicht still sitzen. Es geht nicht. Ich versuche es, tageintagaus, ich muss immer zappeln, wippen, mit dem Fuß wackeln, aufstehen, Kaffee holen, rauchen, reden. Einfach sitzen ist soooo schwer. Soviel überschüssige Energie, die dann nirgendwohin kann. Und genau die hüpft in meinem Kopf rum und verursacht Chaos.

Ich hab aber die ultimative (is glaube ein Wort aus den 80ern, wers nicht kennt…) Lösung gefunden: SÄGEN!!!!

Ja richtig, ich hab ein Brett bekommen und durfte sägen. Herrlich. Diese Urkraft der Minisäge in meiner Hand, dieser männlich-laute Ton, das winselnde Brett, die Sägespäne, der Dreck und vor allem: man sieht mal ein Ergebnis. Was handfestes. Danach gings wieder, das Brett passt wies passen sollte, ich war zufrieden und glücklich und konnte eine weitere Stunde halbwegs still sitzen. Dann durft ich heim :-)

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Winter ist…

Posted on Januar 4th, 2009

definitiv mal nicht meine Jahreszeit. Und das weiß ich nicht erst seit heute, seit ich mein Auto zigmal von Tonnen von Schnee befreien musste, ausgestattet nur mit nem kurzen Schneebesen, keine Handschuhe (die mottete ich im Kofferraum ein und hab sie auch dort vergessen, erst als ich fertig war fiels mir wieder ein…), keine Winterschuhe, Jeans, die sofort komplett nass sind… Nee, Winter is definitv nicht meins.

Außer in solch kurzen lichten Momenten wie gestern. Snowboarden. Mit Papa aufn Hang. Herrlich. Trotz leichtem Unvermögen herrlich.  Die Sonne schien, der Hang war weiß, mir war warm, die Sachen warn wetterfest, der Ausblick war einfach gigantisch, der Glühwein schmeckte. An solchen Tagen kann sogar ich mich herablassen, den Winter mit einem gnädigen Auge zu betrachten. Aber nur mit einem.

Denn dann kommt schon wieder die andere Seite: die permanente Kälte in der Wohnung, weil die Heizung irgendwie spinnt, ständig statisch aufgeladene Haare und nicht zu vergessen: Der Muskelkater schlechthin vom Snowboarden. Und das mir! Und das noch nichtmal in den Beinen, die sind ja einiges gewöhnt, nein, diesmal in den Armen. Und wer sich jetzt fragt, wie das geht, der sollte sich mal als Neuling an diese Lifte wagen, bei denen man als Skifahrer nur einen Stock hinter den Arsch bekommt, der einen dann hochschiebt. Als Snowboarder bekommt man den Stock in die Seite, damit man schön hochfahren kann. Haha. Ich lach. Falls man es schafft, nicht in den ersten fünf Metern jämmerlich umzufallen und mit dem halb angeschnallten Brett am Fuß davonkriechen zu müssen, falls man tatsächlich die erste heiße Startphase geschafft hat, muss man sich irgendwie an der Liftleine festkrallen. Zumindest fühlte ich mich so, als ob ich mich da festkrallen müsste. Andere sahen entspannter aus. Und wenn man sich unzählige Male unzählige Höhenmeter festgekrallt hat, merkt man das anscheinend in den Armen. Genauso wie man Stürze merkt. Knieaua und Arschaua. Aber das wird wieder! Und dann gehts los! Dann mach ich das jede Woche und irgendwann jammer ich nich mehr. Bestimmt.

Und dann wird es Zeit, von der Schneekanone zu berichten, die genau neben dem Lift steht. Hmpf.

:-)

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