Kochen und Waschen
Posted on Mai 12th, 2009
gehört wohl nicht zu meinen Stärken. Das hab ich die letzten Tage herausgefunden.
Gestern wollte ich mir nur ein wenig Gemüse warm machen, nur so ein bisschen eben. Da ich ein sehr ungeduldig Kind bin, kann ich nicht die ganze Zeit neben diesem Topf stehen und warten dass mal was losgeht. Also pflanzte ich mich vor den Rechner und erledigte so dies und das. Bis eine aufgeregte Mitbewohnerin ins Zimmer gestürmt kam und mir von ihren verzweifelten Löschversuchen berichtete. Gut, das Gemüse war dann verkohlt und ziemlich wässrig, weil es sofort mit richtig viel kaltem Wasser abgeschreckt wurde. Wars also nichts mit Kochen, wenn Gemüse aufwärmen auch dazu zählt. Aber selbst wenn nicht, werde ich mich an richtige Gerichte mit mehr Töpfen erstmal nicht heranwagen. Zumal dann die Anzahl noch benutzbarer Töpfe rapide abnehmen würde.
Aber ich war mir dennoch sicher, mit dem Waschen klappts wenigstens. Das ist Technik, da kann nichts schiefgehen. Ja, denkste. Von der Mutti hat man eigentlich gelernt, Taschen zu kontrollieren ob noch irgendwelcher Unrat drin ist. Naja, das Feuerzeug nahm ich vorbildlich aus der Jackentasche. Die Zigaretten und das Taschentuch hab ich aber fein drin gelassen. Papiertaschentuch! Isn schönes Gefühl, wenn man nichts ahnend die Waschmaschine ausräumt und einem die kleinen weißen Filterreste entgegenkullern. Denkt man drüber nach, was das mal war, bemerkt man auch die unzähligen kleinen Tabakkrümel, die nun überall in der Maschine hängen. Da fallen die Papierkrümelchen vom Taschentuch schon gar nicht mehr auf. Schöne Sauerei das, und echt schade um die Zigaretten.
Da nützt mir auch der beste Hinweis auf der Wäsche nichts mehr.
Hausfrau ist wohl kein Titel, den ich mir in naher Zukunft verdienen werde. Aber wer braucht das schon…
Tags: Probleme
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StudiVZ als Partnerbörse
Posted on Januar 28th, 2009
Es ist ja so. Jeder ist mittlerweile im Studivz. Jeder. Ich auch. Man legt sich ein Profil an, sammelt sich ein paar Freunde zusammen und sieht zu, wie alles wächst und gedeiht. Die wohl beste Funktion ist aber das Gruppen sammeln. Die sagen bei mir mittlerweile auch tatsächlich mehr über mich aus als mein Profil und ja, ich zitiere StudiVZ-Gruppen auch im Alltag. Wie es scheint, kann sogar in meine Gruppen reininterpretiert werden, dass ich Single bin und verzweifelt auf der Suche nach dem Glück im Leben. Ob das am “zwanghaften Flaschenetikettabfummeln”, an “rufenden Schokokeksen”, am “Aus-Versehen-Abbrechen der Hinterklemmdinger bei Kulis” liegt, weiß ich nicht genau. Wohl doch eher am Besuch des Waffenhändlers und am “glückliche Pärchen im Park vergiften”.
Heute jedenfalls war es soweit, ich bekam eine Nachricht von Mr-du-hast-glück,-ich-nenne-deinen-namen-hier-nicht. Folgender Inhalt wurde mir angetragen:
“Hey darf man Fragen ob du singel bist ?
Gefällst mir und ich würde sehr gerne mehr über dich erfahren wollen.”
Also nee, das geht ja mal gar überhaupt nicht. Da könnt ich dem glatt wieder etwas Kompott in die Anorakkapuze schütten. Zwei Fehler im ersten Satz!!! Aber gut, da könnt ich ja noch drüber hinwegsehen. Kuckte ich mir den Menschen mal näher an:
Der ist Mitglied seit April 2008, hat sage und schreibe einen Freund, was ihn mir noch ein großes Stück suspekter macht als vorher. Sein “über mich” war aber das Beste (ach halt, das Foto war das Beste, aber das kann ich ja leider nicht zeigen
) :
“Ich würd mich als romantischer, ruhiger, gepflegter, treuer, ehrlicher, sportlicher, aufgeschlossener Typ bezeichnen…” Is klar Junge, und ich bin nett, pflegeleicht, ruhig, zuvorkommend, lieb, sensibel und fleißig.
Versteht den jemand? Wie kann man sich denn ein Profil zulegen, da nix machen außer so über sich selber zu schleimen und dann mit so einer Masche versuchen, Mädels aufzureißen? Gehts noch? Aber gut, es gibt ja zum Glück noch: … ok, tief durchatmen, ich bin ein Gänseblümchen…
Die ganz cleveren können jetzt übrigens die Mitglieder aller Gruppen ansehen, Schnittmengen filtern und VIELLEICHT herausfinden, wer ich davon bin
Tags: Liebe
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Die Post
Posted on Dezember 31st, 2008
Die deutsche Post in den schillernden Farben Gelb und Schwarz ist doch ab und an einen Besuch wert. Zumindest dann, wenn man Gelb vor Neid werden will auf die zwanzig Menschlein, die es irgendwie geschafft haben, vor einem an der Reihe zu sein, und wenn man sich Schwarz ärgern will über eine Ansammlung an charakteristischen Eigenschaften, über die wohl jede Postfrau hinterm Schalter verfügt. Zumindest jede, auf die ich in der Weihnachtszeit treffen musste. Und ich wollte nicht. Wirklich nicht.
Wie dem auch sein, zurück zum Anfang. Ich musste jedenfalls am 24.12. zur Post, im Auftrag des Brötchenlieferanten, damit ja alle Geschenke noch rausgehen und die glücklichen Empfänger ein paar Tage später darüber herfallen dürfen. Gesagt, getan. Ich rief am 23. natürlich vorschriftsmäßig vorher an, kämpfte mich durch Hotlines, weil die Nummer der einzelnen Filiale geschweige gesonderte Öffnungszeiten über Weihnachten auch im www nicht herauszufinden waren, und stellte dann die alles entscheidende Frage: Wie lange hat denn die Post morgen geöffnet? “Na, die meisten Filialen bis 12.00 Uhr.” Ok, prima, danke, reicht mir, danach muss ich eh weg. Essen. Bei Mutti.
Also packten wir am 24. Päckchen und tingelten gegen 11 auf zur Post. 1 Minute nach 11 standen wir da: vor verschlossener Tür. Gut, also gehört unsere Filiale wahrscheinlich nicht zu den “meisten”. Glücklicherweise waren noch nicht alle Kunden draußen, sodass es uns durch Bitten und Betteln und unter Tränen gelang, auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Und Tatsache: man ließ uns noch herein. Wie nett. Wirklich jetzt. Aber was dann geschah. Wir hatten u.a. auch ein Paket dabei. Führte dazu, dass wir noch Formulare ausfüllen mussten, den Absender draufschreiben mussten etc. pipabo. Was die gute Frau hinterm Schalter doch sehr unter Stress setzte. “Der Fahrer, der is bestimmt nicht mehr da. Der Fahrer ist bestimmt schon weg. Wie sollen wir das nur schaffen…” Die andere gelb-schwarze-Person kämpfte unterdessen mit der Tür, genauer: mit Kundschaft hinter der verschlossenen Tür, die auch “nur noch schnell das eine Paket” abgeben wollten.”Nee, das schaffen wir heut nicht mehr. Nee, der Fahrer ist doch schon weg. Wir wollen auch mal nach Hause (es war erst um 11 Uhr, früh, wie gesagt…) Wir können das nicht mehr…” Und das alles in einer derart weinerlichen Stimme, dass ich fürchtete, die Frau würde gleich von einem Heulkrampf geschüttelt. Aber sie fing sich wieder: “Giiiiisssseeeeeelaaaaaaa? Jetzt nicht mehr ne?” und Gisela schrie zurück: “Nee, der Fahrer, schaffen wir nicht mehr, is doch alles schon aus hier…” Die arme Kundschaft wurde also unsanft gebeten, doch wieder von dannen zu ziehen.
Ich bekam jedenfalls meine Päckchen noch los, um mich gestern nochmal dahinzubegeben und die letzten Päckchen auch noch auf große Reise zu schicken. Wieder 20 Mann vor mir. Wie gesagt, man gewöhnt sich an alles. Ich war nicht sonderlich gut drauf und beobachtete das Geschehen. Am linken Schalter: Die Frau von der Postbank, die herrliche Postbankkunden bediente. Man kann sich ja mal in der PIN vertun, es kann vielleicht auch passieren, dass man sie dreimal nacheinander falsch eingibt. Aber bitte, wie verflixt nochmal geht es, dass ZWEI Postbankkunden nacheinander dreimal die falsche PIN eingeben??? Und jedesmal musste die Schalterfrau anrufen, Ausweis verlangen, ewige Prozedur. Die zweite Kundin war sogar so köstlich, dass sie nach dem dritten falschen Versuch die Zahlen in unterschiedlicher Reihenfolge LAUT vor sich hersagte. Sehr geil. Und als die Postbankschalterfrau dann aufs Konto durfte, konnte sie leider nur noch dessen Tod feststellen. Es war nämlich leer und die Frau hat sich völlig umsonst die Karte sperren lassen. Meine Laune besserte sich mit jeder Sekunde
Tja und irgendwann war ich dann dran, füllte wieder Formulare aus, bezahlte artig und hoffte inständig, dass es wenigstens für dieses Jahr das letzte mal sein würde, dass ich meinen gelb-schwarzen Post(bank)schalterfrauen einen schönen Tag wünschen musste.
Der geneigten Leserschaft wünscht das Klebtier mit ganzem Herzen einen guten Rutsch und einen fantastischen Start in das neue Jahr 2009!
Tags: Shopping
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Autos sind komische Wesen
Posted on November 19th, 2008
Das wird mir bestimmt jeder bestätigen, der schon längere Zeit ein und dasselbe Vehikelchen besitzt. Manchmal liegts auch am Besitzer, dass die eine oder andere Macke zu Tage tritt. Glaub ich aber nich, dass das in meinem Fall so ist, wirklich nicht..
Ich fuhr heut gut gelaunter Dinge und in freudiger Erwartung zu einem Arztbesuch, das Auto war noch lauwarm von der Mittagsausfahrt, ich wollte an der Ampel anhalten, ratatatatat. Bremse. Super. Fühlte sich so an, als würde mein ABS anspringen, was bei völliger Trockenheit und Plusgraden und überhaupt total ausgeschlossen sein müsste. War aber zum Glück nur bei diesem einen Bremsversuch, Problem scheint sich also von selber erledigt zu haben.
Dass mein Auspuff komische Geräusche macht, ist ja nun weitläufig bekannt. Aber wenn man erstmal weiß, dass der früher oder später irre laut wird, weil man verpennt hat, ihn rechtzeitig auszuwechseln, bildet man sich auch ne Menge Geräusche ein. Also ich denke ja, der wird von Tag zu Tag lauter. Nach meinem Empfinden fällt der morgen ab und ich darf die Einzelteile von irgendner Straße aufsammeln. Aber gut. Das Risiko geh ich ein.
Und denn, gestern, es war schon etwas frisch als ich ins Auto stieg (womit wir bei den gefühlten -20 Grad wären), empfand ich meine Frontscheibe als etwas schmuddelig. Da haben sich die Autobauer ja was bei gedacht, als die diese Spritzanlage einbauten. Man muss sie nur mal benutzen. Tat ich. War keine gute Idee, denn der Rotz ist mir natürlich sofort auf der Scheibe gefroren. Schöne viele Eisblumen, die sich da in einem irren Tempo ihren Weg über die Scheibe bahnen. Macht ja nix, ein bisschen was hab ich ja noch gesehen. Dennoch muss ich sagen, dass mein Bruder sehr schlampig war, als der das Wasser auffüllte. Kein Frostschutz reingetan. Wäre eigentlich eine kleine Rüge wert. Und da der Tank nun voll war und ich daher kein Frostschutz nachkippen konnte, den ich sowieso nicht dagehabt hätte, fuhr ich den lieben langen Tag Wasser spritzend durch die Gegend, um diesen Tank leer zu bekommen. Wird noch ne Weile dauern.
Und dann, das schlimmste überhaupt. Das wichtigste Teil am Fahrzeug überhaupt sponn heut auch rum. Meine geliebte Hupe. Für all die lahmen Wagenschieber und Autotrager vor mir, für die spontanen Spurwechsler, obwohl ich direkt neben denen bin, für die an der Ampel nicht los-Fahrer. Ich hupte wie verrückt, weil ein LKW vor mir das Grünsignal absolut stur ignorierte. Ich ließ die Hupe dann auch wieder los, man will sich ja nicht mit den Menschen anlegen, die einem dem Weg versperren, man will ja nur freundlich darauf hinweisen, dass man nun doch so langsam mal den Gang einwerfen und die Kiste in Bewegung setzen könnte. Also ich ließ die Hupe los. Aber es hupte weiter. Ohne mein Zutun. Ist ja prinzipiell nicht verkehrt, eine selbstdenkende Hupe, aber wenn die meinen Anweisungen nicht gehorcht, ist das schon kurios. Verklemmt hatte sichs, der Knopf zum drücken. Prima. Daraufhin fing ich mir natürlich das Zurückhupen des LKW-Fahrers und einen bösen Blick ein.
Aber wie man sieht, kann ich als Fahrer überhaupt gar nichts für diese Kuriositäten. Aber wie der Herre…. Und ein bisschen Persönlichkeit steckt ja doch drin, zumindest in meinem Wagen.
Tags: Auto
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Gereizt
Posted on November 12th, 2008
ist wohl eine nette Umschreibung für meine heutige Grundstimmung. Ich versteh gar nicht warum, ich hab ausgeschlafen, mein Tag verlief eigentlich ohne größere Zwischenfälle, aber dennoch fühlte es sich schon die ganze Zeit so an, als ob man endlich dringend schreiend im Kreis laufen muss. Ich hab mich natürlich beherrscht.
Und weil man an solchen Tagen auch nicht einfach nach der Arbeit nach Hause gehen kann, um sich dort abzureagieren, muss man unbedingt einkaufen fahren. Aber nicht schön shoppen, sondern total nervig Essen kaufen. Das ist das Schlimmste überhaupt. Man denkt, abends um sieben ist nicht mehr so viel los, da hat man eigentlich auch recht damit, aber dafür meinen die Im-Weg-Rumsteher und Einkaufswagen-mitten-vor-einem-Stehenlasser dafür, alle geballt aufzutauchen. Vor allem dann, wenn man es total eilig hat. Man hetzt also gestresst durch den Supermarkt, um es schnell hinter sich zu bringen, und da sind sie. Wie aus dem Nichts tauchen sie vor dir auf, versperren dir den Weg, bummeln gemütlich vor dir hin, und wenn du links zum Überholen ansetzt, entdecken sie natürlich prompt links in dem Regal was toooooootal interessantes. Hat man den ersten hinter sich gelassen, taucht sogleich der zweite auf. Und so geht das, bis man sich zur Kasse vorgewühlt hat.
Dort angekommen erwischt man natürlich mit 100%iger Sicherheit die Kasse mit der absolut langsamsten Kassiererin. Man bewahrt Ruhe und Fassung, zahlt den völlig überhöhten Betrag stillschweigend, schmeißt das Zeug ins Auto und will das Parkhaus (5. Stock) möglichst zügig verlassen. Nichts da, die Wagenschieber haben sich auch in ihr Auto begeben und bummeln jetzt schön in ihrem feinen A6 vor dir her, steigen aus, um ihr Auto um die breiteste Kurve zu tragen, bleiben exakt bis 5m vor der Ampel auf deiner Spur, um sich dann doch noch umzuentscheiden und auf die Nachbarspur zu wechseln. Geschafft. Nichts wie heim.
Und was blüht einem dann? Als armes, kleines, gereiztes Blümchen muss man dann seine 3 gestopften Tüten hochschleppen. 3. Stock, kein Fahrstuhl, klar. Inhalt der Tüten: möglichst viel Zeug mit möglichst viel Gewicht, also z.b. eine geschätzte Tonne Vogelfutter, zwei geschätzte Tonnen Vogelsand, zwei Kilöchen Orangen und so weiter. Nein, der Henkel der Tüte ist zum Glück nicht gerissen. Dafür lauern im Haus noch andere Tücken. Die Eingangstür, die man mit einer halben Hand nie aufbekommt und dafür jedesmal kurz und klein schlagen könnte und das Hauslicht, was exakt immer dann ausgeht, wenn man fast oben ist, aber noch genau die halbe Treppe im Dunkeln vor sich hat.
An solchen Abenden bleibt nur eins, Sekt in den Hals stellen, und davon möglichst viel. Prost.
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Montage
Posted on Oktober 7th, 2008
Ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die sich nicht auf die neue Woche freuen. Aber dennoch muss man manchmal sagen, dass Montage es in sich haben können. Mein gestriger gab sich jedenfalls die größte Mühe, alle Klischees zu erfüllen.
Es fing alles in strömendem Regen an. DAS ist schon Punkt 1 auf der endlosen Liste, denn man wird nass, die Haare werden nass, die Stunden im Bad waren völlig für die Katz, die Hose weicht auf, weil der Rand, den man extra umgeschlagen hat, meint, sich wieder entfalten zu müssen und so weiter und so fort.
Da es schon lange überfällig war, meinem Wagen eine neue Batterie zu besorgen, nahm ich mir das gleich für früh vor. Ich fuhr zum PitStop um die Ecke, um dort den Eingang nicht zu finden, weil die cleveren Baumenschen das so geschickt gelöst haben, dass man vom Parkplatz der Werkstatt da nicht direkt hinkommt, sondern entweder einen Umweg über den Fußweg an der Straße in Kauf nimmt oder die Warnschilder grob fahrlässig missachtet und sich den Weg über den (wegen dem vielen Regen!!!) schlammigen Rasen bahnt. Ist man irgendwann im Trockenen, heißt das noch lange nicht, dass einer dieser Blaumenschen auch gleich vorbeikommt. Gut, er war mit zwei Autos beschäftigt und anscheinend allein, aber bitte, hallo, Kundschaft! Jedenfalls kam er dann, nahm mir recht wortkarg Zulassung und Schlüssel ab, machte den Auftrag fertig (ohne mir vorher zu sagen was es kosten würde) und meinte dann: “Haben Sie Zeit mitgebracht?” Ja, natürlich, deswegen bin ich doch hier. Es ist soooo sterbenslangweilig woanders, ich muss ja auch nicht auf Arbeit und ich sitz mich gern in einer Werkstatt platt. “Äh, nee?! Wie lange dauerts denn???” “Na, ne Stunde ca.” Prima. Eine Stunde. Für eine simple Batterie. Wär ich nichn Mädchen, hätt ich die schon lange selber eingebaut. Aber gut. Da ließ ich das Auto eben da stehen und warf mich in die nächstbeste Bahn, wohlwissend, dass mein Studentenausweis grad nicht mehr gültig ist, wegen neuem Semester und Aufdruck noch nicht erneuert und so.
Gottseidank kam aber kein Kontrolleur. Dafür eine Oma mit ihrem kleinen Rollwagen. Und setzte sich neben mich. In einer menschenverlassenen Bahn. Neben mich. Montag früh. Ich noch ohne Kaffee. DAS KANN DIE DOCH NICHT MACHEN?! Und schon nach diesen geschätzten 2 Minuten fing ich schmerzlich an, mein Auto zu vermissen. Es ist doch ein unglaublicher Luxus, sich nicht jeden Tag Mitmenschen, deren Gerüchen, deren Koffern und deren Gesprächen aussetzen zu müssen. Eine Haltestelle, nachdem die gute Dame sich neben mir niedergelassen hatte, konnte ich sie zum Glück wieder hochjagen und die Bahn verlassen. Puh.
Nach tatsächlich über einer Stunde rief der Werkstattmensch wieder an. Ich trottete also wieder in den Regen, schmiss mich wieder in die geliebte Bahn und sah das Elend in Form eines Schaffners schon auf mich zukommen. Prima. Warum auch nicht? Schließlich fahre ich ja einmal im Monat Bahn. Da kann der ja genau an dem Tag kontrollieren kommen. Herzlichen Glückwunsch. Geschickt versuchte ich noch, das dumme veraltete Stempelding zuzuhalten, aber der Herr musste es genau wissen und nahm ihn doch selber in die Hand. Den Studentenausweis jetzt. “Der is aber nur fürs Sommersemester.” “Ach?! Tatsächlich?! Na sowas. Da muss ich doch tatsächlich vergessen haben, den Aufdruck zu erneuern. Hol ich selbstverständlich umgehend nach.”, flötete ich ihm mit meinem liebenswürdigsten Montag-Morgen-es-regnet-ich-sitz-in-der-bahn-und-blech-gleich-für-die-karre-haufen-kohle-Lächeln. Anscheinend reichte ihm das Versprechen, denn er ließ mich ohne Strafe weiterfahren. Puh.
Wieder zu Pitstop rein, diesmal ohne Rasen, denn ich kam ja nun vom Fußweg. “Ja, ihr Auto. Hm. Das Flammrohr is übrigens noch kaputt.” Prima, kostet ja nur 230 Euro mit Einbau. Toootal angefressen, aber auch unendlich glücklich, weil ich endlich wieder fahren konnte, tuckerte ich zurück auf Arbeit. Und endlich Kaffeee!!!!!
Mittagessen in der Mensa: Nur Müll. Bei vier Essen schaffen die es immer mal, dass nichts dabei ist, was man essen könnte. Ich nahm Schnitzel mit Kartoffelbrei, da ich aber keinen Kartoffelbrei mag, aß ich eben nur Schnitzel. Auch gut. Der restliche Tag verlief dann eigentlich reibungslos, bis auf eine klitzekleine Niederlage beim Kickern. Und dann kommt man heim, ist froh, alles überstanden zu haben und öffnet dummerweise den Briefkasten. Finanzamt: “Uns fehlt Ihre Steuererklärung für 2007 noch. Mal bitte in den nächsten zwei Wochen machen.” Zahnarzt: “Jährliche Durchsicht wäre mal wieder wegen Stempel und so. Kommen Sie doch mal wieder vorbei.”. Hmpf.
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